You are currently browsing the category archive for the ‘Sein und Bewusstsein’ category.

Liebe Kurs-Teilnehmende und hier still Mitlesende,

eine von Seiten des Bildungswerkes unter Umständen für möglich gehaltene Verlängerung des Kurses um zwei Termine steht unter dem Vorbehalt, dass am 21.3. nicht weniger als 10 Personen anwesend sind. Schaun wir also mal. So oder so werde mich um eine Fortsetzung der gemeinschaftlichen Beschäftigung mit Texten zur Frage nach GRÜNEN PERSPKTIVEN MIT MARX in nächsten Semester des Bildungswerkes bemühen. Der wäre dann von vornherein auf mindestens acht Termine ausgeleg.

Die aus der Diskussion der Marx-Engels Originaltexte entstehenden Gedanken und Fragen würden dann allerdings auch mit  Texten aus der aktuellen „Change-Maker“-Lyrik (rund um Fragen der Gewinnung von Zukunftsfähigkeit) konfrontiert werden – und umgekehrt.  Zur besseren Übersicht würden dann die Fragestellungen und Texe zu den einzelnen Sitzugen vor Beginn des gesamtenKurses festgelegt.  Auch wenn diesmal niemand das Angebot angenommen hat,  mit mir hier über das im Kurs Angeschnittene öffentlich nachzudenken oderes zu vertiefen,  würde ich das erneut anbieten. Denke aber darüber nach,ob ich die Durchführung  eines nächsten Kurses davon abhängig machen sollte, dass neben mir mindestens eine oderzwei Person(en) diese Möglichkeit nutzt(en). Der Blog wird übrigens nach Ende des Kurses NICHT abschaltet. Falls die Eine oder der Andere den also auch nach Kursende für sich die Umwelt nutzen möchte …. Bitte, gerne!

Am 21.3. soll es vor allem um  Marx Analyse des Fetischcharakter der Ware gehen. Das nicht deshalb, weil  dies einen „Verblendungszusammenhang“ erklärlich machen könnte, der die Menschen davon abhält, ihre „eigentlichen Interessen“ zu erkennen und dass diese „eigentlich“ seien,  Kapitalismus möglichst schnell Geschichte werden zu lassen. Wesentlicher als den kapitalistischen Daseinsbedingungen entspringende falsche Vorstellungensind die realen (nicht ohne weiteres zu entkommenen) Abhängigkeitsverhältnisse d.h. die konservative Wirkung der existenziellen Behauptungsbedingungen.

Wie der von Marx  enthüllte „Fetischcharakters der Ware“ (oder vielmehr die das hervorbringenden Produktionsverhältnisse) ein doch sehr eigentümliches Rechts- bzw. Unrechtsbewustsein  hervorbringt, ist  im Zusammenhang mit unserer Fragestellung  dennoch von großem (potenziellen) Erkenntniswert.  Neben dem HIER einsehbaren Marx-Text möchte ich diesmal auch mein HIER unternommenes Nachdenken über diese Frage aus einer „konsumkritischen“ Sicht diskutieren. 

Zwei Ergänzungen:

  • Auch wenn wir keine zwei Sitzungen mehr anhängen könnten, möchte ich die Frage nach den materiallen Grundlagen des kapitalistischen Wachstumszwangs zumindestens noch ansprechen.  Abweichend von der sonstigen Praxis soll das aber nicht anhand eines ME-Textes geschehen sondern mittels einer kleinen Darstellung am Flippchart.
  • Da beimletzten Mal viele nicht kommen konnten, sollen die Ergebnisse unserer Refexionen  der beimletzten Mal gelesenen Texte zu Beginn der Sitzung um 19 Uhr kurz referert werden. Dassind der iml etzten Blogeintrag wiedergegeene kurze Auszug aus Engels „Anti-Düring“ und Marx/Engels in ihrer Kritik der Deutschen Ideologie  geäußerten Vorstellungen darüber, unter welchen Umständen „Entfremdung“ überwunden werden könnte („um den Philosophen verständlich zu bleiben“) HIER

Gruß hh

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Quereinstieg in den Lesekurs mit Texten in „grüne Perspektiven mit Marx“ ist jederzeit möglich, Anmeldung erbeten.

Beim nächsten Termin am 7.3.13 lesen wir zunächst den beim letzten Mal nicht geschafften Textausschnitt aus Marx/Engels Kritik der „Deutsche Ideologie“ zur Frage:

Unter welchen Voraussetzungen können Produktivkräfte gemeinsam entwickelt und angewandt werden?

Außerdem: Marx über den Fetischcharakter der Ware

Warum der von Marx behauptete Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Sein und Bewusstsein nicht als Dogma missverstanden werden sollte, das für alle Zeiten, Lebenslagen und  Situationen einfache Antworten liefert, ohne sich der Mühe einer wissenschaftlichen Ergründung des jeweiligen Zusammenhangs machen zu müssen, deutete sich in der Diskussion um Marx Einleitung zur Kritik der Politischen Ökonomie beimletzte Termin an. Natürlich lassen sich  die Vorstellungen einzelner Persönlichkeiten nicht einfach aus  deren Lebenssituation ableiten, auch wenn es stets von Interesse ist, danach zu fragen, welche historischen,  regionalen oder soziokulturellen Umstände sie jeweils beeinflussen. Das gilt natürlich auch für Marx eigene Irrtümer wie etwa seine in Briefen geäußerten Erwartungen einer kommunistischen Arbeiterrevolution noch im 19. Jahrhundert. Dazu gehört z.B. auch die Frage, was um Himmels Willen  Marx (und Engels) geritten haben mag, fromm, fröhlich und frei aller Bedenken die Notwedigkeit einer  „Diktatur des Proletariats“ zu behaupten. (Das historsch einzuordnen hilft WIKIPEDIA).

Kleiner Exkurs

Aber das berührt grundsätzlich die Frae nach der (möglichen) Rolle des Staates bei der Grundlegung eines „kommunistischen“ Füreinanders, das sich für Engels so darstellte:

„Das Proletariat ergreift die Staatsgewalt und verwandelt die Produktionsmittel zunächst in Staatseigentum. Aber damit hebt es sich selbst als Proletariat, damit hebt es alle Klassenunterschiede und Klassengegensätze auf, und damit auch den Staat als Staat. … Der erste Akt, worin der Staat wirklich als Repräsentant der ganzen Gesellschaft auftritt – die Besitzergreifung der Produktionsmittel im Namen der Gesellschaft -, ist zugleich sein letzter selbständiger Akt als Staat. Das Eingreifen einer Staatsgewalt in gesellschaftliche Verhältnisse wird auf einem Gebiete nach dem andern überflüssig und schläft dann von selbst ein. An die Stelle der Regierung über Personen tritt die Verwaltung von Sachen und die Leitung von Produktionsprozessen. Der Staat wird nicht ‚abgeschafft‘, er stirbt ab.“

(Engels im „Anti-Dühring“, „Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft“, MEW 20, S. 262)

__________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Zurück zur Frage des Zusamenhangs zwischen gesellschaftlichen „Sein und Bewusstsein“. Hier geht es nicht um die Vorstellungen Einzelner sondern um die große Zahl, was Gedanken zur GESELLSCHAFTLICHEN Relevanz verhilft oder daran hindert usw. – auch was deren (Um-)Deutung nach diesem oder auch jenem Bedarf gesellschaftliche Geltung verschafft.

Den Rest des Beitrags lesen »